Sonntag, 25. September 2016

Work life balance oder auf der Suche nach der verlorenen Balance

Liebe Leserin,

wir kennen das alle: Termindruck, steigende Arbeitsbelastung, Informationsflut: immer mehr Berufstätige fühlen sich von diesen Entwicklungen überfordert. Kommt die Balance zwischen Privat- und Berufsleben aus dem Gleichgewicht, kann das negative Auswirkungen auf die psychische Gesundheit haben, in jedem Fall wirkt sie sich auf die Zufriedenheit und Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter aus.

Doch die Firmen können hier viel tun. Damit berufstätige Mütter und Väter die täglichen beruflichen und privaten Herausforderungen besser meistern, denn nur wer Lösungen im Kopf hat, reagiert auf Stress gelassener.

10 Argumente für das nächste Gespräch mit dem Chef:

1. Work life Balance ist kein nice to have. In entscheidender Weise hängt der
Unternehmenserfolg auch von der Balance von Arbeits- und Privatleben der Mitarbeiter ab. Loyalität, Leistungsfähigkeit und Leistungsbereitschaft können nur langfristig stimmen und der Mitarbeiter gegen Abwerbungsversuche geschützt werden, wenn der Arbeitgeber aktiv unterstützt. Zudem rechnen sich auch betriebswirtschaftlich gesehen diese Investitionen, wie verschiedene Studien zeigen. Nicht nur Kosten für Recruiting und Einarbeitung neuer Mitarbeiter sinken, auch krankheitsbedingte Fehlzeiten und deren Kosten reduzieren sich.
Weitere Vorteile sind:
  •  Eine bessere Gewinnung qualifizierter Fach- und Führungskräfte
  • stärkere Bindung guter und wichtiger Mitarbeiter an das Unternehmen
  • höhere Loyalität der Mitarbeiter mit dem Unternehmen
  • gesteigerte Flexibilität und höheres Engagement der Mitarbeiter
  • bessere Nutzung des Kreativitätspotenzials
  • Sicherung des Know Hows
  • Kostenersparnis durch geringere Fluktuation und kürzere familienbedingte Pausen
  • Imagegewinn durch innovative Mitarbeiterführung und gelebte Unternehmenskultur

2. Den Wert der Leistung schätzen – nicht die Präsenz am Arbeitsplatz, in der Teeküche, beim Betriebsausflug, bei späten Meetings etc.

3. Für jede Lebensphase die passende Unterstützung – statt starrer Einsatzpläne, Kernzeiten etc. durch eine lebensphasenorientierte Personalpolitik auf die individuellen Bedürfnisse eingehen, Gestaltungsmöglichkeiten und Freiräume schaffen.

4. Neue Zeiten brauchen neue Lösungen – ein Umdenken ist wichtig. Die nachrückenden Fachkräfte stellen ganz andere Forderungen, als Arbeitgeber es von ihren bisherigen Bewerbern gewohnt sind. Doch Fachkräfte sind rar und werden immer gefragter. Work life balance kann hier mit kleinen Lösungen viel für die Attraktivität eines Unternehmens leisten.

5. Den Mitarbeitern die Kontrolle über ihre Zeit zurückgeben – dann machen sie was sie wollen? Ja, ihre Arbeit. Denn wer seine Arbeitszeit in den Alltag integrieren kann, arbeitet vielleicht zu anderen Zeiten als gewohnt, aber deutlich produktiver.

6. Familienfreundlichkeit großschreiben – Mitarbeiter mit Familienverpflichtungen sind mehrfachen Belastungen ausgesetzt. Schaffen Unternehmen es unterstützend und entlastend einzugreifen, nehmen sie großen Druck von den Arbeitnehmern und gewinnen leistungsfähige und leistungswillige Mitarbeiter, die dies auch noch nach Außen tragen. Ein perfektes Employer Branding
7. Auszeiten ermöglichen – egal, ob Sabattical oder Familienpflegezeit, hier handelt es sich um Zeit in der Mitarbeiter auftanken und sich weiterbilden. Einige Firmen setzen diese Auszeiten bereits jetzt einem Auslandsaufenthalt gleich.

8. Gesundheits- und Fitnessangebote – Unternehmen, die ihre Mitarbeiter unterstützen fit und gesund für den Job und bis zum Erreichen der Rente zu sein, senken so auch ihre Kosten. Es muss nicht gleich eine Fitnessstudio Mitgliedschaft für jeden sein. Vorgesetzte, die Sport und Gesundheit vorleben, motivieren auch ihre Mitarbeiter. Oder bieten Sie die Möglichkeit nach Feierabend regelmäßig zusammen zu joggen oder an einem Firmenlauf teilzunehmen.

9. Führungskräfte schulen – Vorgesetzte, die um die Bedürfnisse und Belastungen ihrer Mitarbeiter wissen, sich wertschätzend und familienbewusst verhalten, binden auch Angestellte und steigern so die Attraktivität des Unternehmens für die eigenen Fachkräfte und im Recruiting

10. Unternehmenskultur – durch eine lebensphasenorientierte Personalpolitik hebt sich das Unternehmen von anderen ab. Mehr Geld können gerade große Arbeitgeber bieten, doch der Mix aus Work-Life-Balance Maßnahmen und einer wertschätzenden Führung macht den Unterschied aus.

Fazit: Oft sind es kleine Dinge wie Änderungen im Verhalten der Führungskräfte oder die Wiedereinstiegsplanung nach einer Auszeit die eine große Wirkung erzeugen. Und wer die Erfahrung gemacht hat, vom Arbeitgeber als ganzer Mensch und nicht nur als Arbeitskraft respektiert zu werden, entwickelt eine höhere Bindung an ein Unternehmen.

Viele Grüße und viel Erfolg im Gespräch mit dem Chef!