Donnerstag, 4. April 2013

Vereinbarkeit von Beruf und Familie: Interview: Coaching für Eltern und Führungskräfte „Ich weiß gar nicht genau, ob ich bei Ihnen richtig bin, aber…“


Interview mit dem besser betreut Magazin:
Sowohl für Privatpersonen als auch für Unternehmen sind Coaching-Angebote vielleicht eine Lösungsvariante. Im Interview gibt Beraterin Silke Mekat Tipps zur Suche nach einem guten Coach.

Coaching – Was ist das?

„Coaching ist eine Sonderform der Beratung“, erklärt Unternehmensberaterin Silke Mekat. „Es ist keine Therapie, sondern die beratende Begleitung bei einem Prozess - meist einem Veränderungsprozess.“ Es geht um Hilfe zur Selbsthilfe. Ziel eines Coachings ist die Herstellung der Balance zwischen den einzelnen Lebensbereichen, die Verbesserung des Umgangs mit Stress und das Setzen von Prioritäten.
Ein guter Coach gibt keine vorgefertigten Lösungen oder Ratschläge. Er gibt Feedback und Reflektionsanstöße und weist damit auf hinderliche Glaubenssätze, Muster oder Strategien hin. Mekat betont, wie wichtig es ist, bei der Suche nach einem Coach auf dessen Ausbildungen zu achten. Sie weiß aber auch, dass die Erfahrung des Coachs nicht im Vordergrund stehen sollte: „Es gibt viele gute Coaches, die frisch angefangen haben, aber ihre Methoden beherrschen.“ Stattdessen können Sie ermitteln, was Ihr potenzieller Coach schon publiziert hat, wie er sich online präsentiert oder ob er auf persönliche Empfehlungen bauen kann.

Organisation eines Coachings

Ein Coaching kostet Zeit und Geld. Das klingt für viele zunächst abschreckend. Oft können Coachings aber über die eigene Firma organisiert und abgerechnet werden, wenn sie sich in entsprechenden Anwendungsfeldern (Verkauf, Führung, Konflikte, Rhetorik, usw.) bewegen und der Arbeitgeber demgegenüber aufgeschlossen ist. Anders als (psychotherapeutische) Behandlungen, werden private Coachings in der Regel nicht von der Krankenkasse übernommen. Die Investionen in finanzieller wie zeitlicher Hinsicht sind unterschiedlich. Gute Coaches brauchen oft nur wenige Stunden, um eine Veränderung anzustoßen. Der finanzielle  Rahmen reicht von wenigen Euros bei Coaches, die Übungsklienten suchen bis zu über 1.000 Euro. Das Mittelmaß bewegt sich bei etwa 100 bis 200 Euro pro Sitzung.
Die Bandbreite des Coaching-Angebots ist groß: Je nach Zielgruppe (Führungskräfte, Fachkräfte, Meister, Politiker, Leistungssportler, usw.), Anwendungsfeld, Setting (einzeln, Gruppe, Team, persönlich, virtuell, usw.) oder Form (Training, Beratung, Workshop, usw.) können Coaching-Angebote individuell zugeschnitten sein.

Wer kommt zum Coach?

„Meine Hauptzielgruppe sind Führungskräfte sowie berufstätige Eltern, die Beratung und Unterstützung im Familienalltag suchen“, erzählt Mekat. „Privat sind es häufig Frauen, die gut vorbereitet in die Elternzeit gehen möchten, die ihren Wiedereinstieg planen wollen oder eine Balance zwischen Kindern, Küche, Karriere und den eigenen Wünschen und Bedürfnissen finden möchten.“
Viele ihrer privaten Klienten haben ein unbestimmtes Gefühl davon, dass etwas in ihrem Alltag nicht rund läuft. Der Satz, den sie dann häufig zu hören bekommt, lautet:  „Ich weiß gar nicht genau, ob ich bei Ihnen richtig bin, aber….“. Die Erwartungen an die Sitzungen sind in diesen Fällen häufig erst nicht greifbar, aber Mekat hilft dabei, Lösungswege zu entwickeln.
Führungskräfte hingegen kommen entweder aus eigenem Antrieb, um mehr und Neues zu lernen oder das Unternehmen bietet seinen Führungskräften Coachings an.
In der folgenden Checkliste gibt Silke Mekat wertvolle Coaching-Tipps für einen erfolgreichen Wiedereinstieg in die Karriere für alle, die nach der Geburt eines Kindes in den Beruf zurückkehren.

Silke Mekat

 Zur Person Silke Mekat

Sie ist selbst Coach und Unternehmensberaterin mit dem Fokus der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Als Mutter einer kleinen Tochter und seit 20 Jahren im Beruf wollte sie aktiv zur Umwälzung der eingerosteten Strukturen beitragen und gründete ihr Unternehmen Soulution Coaching . Nach dem Diplom in integrierter lösungsorientierter Psychologie hat sie angefangen, nebenberuflich zu coachen und zu beraten.
In ihren Sitzungen nutzt sie Methoden aus dem NLP (Neurolinguistisches Programmieren), dem Autonomie-Training und der systemischen Therapie.
Quelle: Besser betreut Magazin