Freitag, 8. Mai 2015

Wenn der Mittagsschlaf den Feierabend stört

Liebe Leserinnen,
die Frage kam auch im letzten Seminar auf: was tun, wenn das Kind mittags nicht einschlafen will?

Klar, für viele Mütter oder in diesem Fall Grossmütter ist das die Zeit, in der sie selber durchschnaufen können und sich eine verdiente Pause gönnen können. Oder den Haushalt erledigen können, ungestört wichtige Dinge angehen können etc.

Mittagsschlaf fördert die Gesundheit?
Gilt der Mittagsschlaf doch als gesundheitsfördernd und auch in Kindergärten gibt es eine Ruhezeit mittags. Was aber für Babys lebensnotwendig ist, eben viel zu schlafen, führt bei grösseren Kindern zu einem gestörten Nachtschlaf. Das haben Forscher herausgefunden. Kinder über zwei Jahren brauchen weniger Schlaf als Babys. Rund 10 bis 11 Stunden im Schnitt. Nächtliche Schlafprobleme sind also eigentlich Tagschlafprobleme. Wer tagsüber schläft oder schlafen soll, braucht nachts weniger Schlaf. Dabei ist der nächtliche Schlaf der gesündere für die Gesundheit und die Entwicklung, das ist wissenschaftlich inzwischen gut belegt.
Nicht belegt dagegen ist der Nutzen des Mittagsschlafs bei Kindern, die in der Nacht bereits durchschlafen.
Weil aber Eltern und Erzieher  den Mittagsschlaf oder die Ruhezeit bei Kleinkindern für wichtig halten, weil sie selber vielleicht eine Pause wollen, versuchen sie an der Schlafenszeit festzuhalten.
Die Probleme haben am Abend dann die Eltern, wenn die Kinder nicht ins Bett gehen wollen. Verständlich, sie sind ja gar nicht müde!

Jedes Kind ist anders, wie auch jeder Erwachsene anders ist
Jeder Mensch braucht unterschiedlich viel Schlaf. Ein Erwachsener in der regel 7 bis 8 Stunden pro Nacht. Kinder bis Ende der Grundschulzeit ca. 10 - 11 Stunden pro Nacht. Beobachten Sie also ihr Kind und entscheiden Sie individuell, ob es den Schlaf tagsüber braucht.

So kann der Abend für alle entspannter ablaufen, wenn kein stundenlanges Gerangel um das Einschlafen erforderlich ist. Zeit, um selber wieder aufzutanken.

Viele Grüße