Sonntag, 16. Oktober 2016

Die flexiblere Elternzeit: 24 statt 12 Monate Elternzeit


Liebe Leserin,

das Elterngeldplus bringt Vor- und Nachteile für Arbeitgeber
Das Elterngeld Plus brachte Müttern und Vätern mehr Flexibilität, für Arbeitgeber brachte es deutlich mehr Verwaltungsaufwand.
Hier habe ich Euch  Argumente für das Gespräc mit dem Vorgesetzten zusammengestellt, warum sich das ElterngeldPlus auch für Firmen lohnt. Denn wer gut vorbereitet ist, meistert solche Gespräche souverän.

Die Neuregelungen können für Arbeitgeber auch Vorteile mit sich bringen.
1. War es bisher so, dass vor allem die Frauen für Kind und Familie auf eine eigene Berufstätigkeit verzichteten, so können sie mit dem ElterngeldPlus ohne finanzielle Einbußen früher und mit mehr Stunden in den Beruf schon während der Elternzeit arbeiten. Den Unternehmen bleiben Know How, Fachwissen und Kompetenzen erhalten. Ein langes und oft teures Recruiting bleibt so erspart.
2. Berufstätige Eltern und wiederrum besonders die Frauen, stehen mit der Geburt eines Kindes nicht mehr zwangsläufig vor der Entscheidung Kind oder Karriere, da sie den Anschluss an das Berufsleben nicht verlieren müssen.
3. 30 Wochenstunden können Eltern in der Elternzeit maximal arbeiten, dies ist nah an der Vollzeit
4. wenn mehr Frauen während der Elternzeit arbeiten und somit nicht länger aus dem Beruf ganz aussteigen, was heute häufig der Fall ist, so stehen den Unternehmen zusätzliche Fachkräfte zur Verfügung
5. der bedingt durch den demografischen Wandel drohende Fachkräftemangel steht ein weiteres Fachkräftepotenzial entgegen
6. die mit 13 Wochen längere Anmeldefrist der Elternzeit zwischen dem dritten und achten Geburtstag des Kindes, macht eine Planung für Arbeitgeber leichter. Nur sieben Wochen reichen häufig nicht aus, einen Ersatz oder eine Vertretung zu finden.
7. Unternehmen profitieren, wenn die Mitarbeiter Familie und Beruf besser vereinbaren können.
8. Firmen, die ihren Mitarbeitern eine gute Vereinbarkeit von Privat- und Berufsleben bieten, punkten klar bei Mitarbeitern und Bewerbern.
 
Wichtig ist, in Kontakt zu bleiben
Gerade für die Personalplanung ergeben sich mit der größeren Flexibilität der Eltern neue Herausforderungen. Durch die kürzeren Auszeiten vom Beruf der Eltern und die nicht mehr notwendige Zustimmung des Arbeitgebers, machen es für die Unternehmen schwieriger, geeignete Vertretungen zu finden. So können sich vor allem in kleineren Fir¬men schnell personelle Engpässe ergeben. Deshalb ist es wichtig in Kontakt zu bleiben. So können die Wünsche der Eltern mit den betrieblichen Notwendigkeiten in Einklang gebracht werden. Eine Unterstützung durch den Arbeitgeber ist dabei die beste Möglichkeit Beruf und Familie zu vereinbaren und für beide Seiten tragfähige Lösungen zu gestalten. Da die Familien mit den Neuregelungen sehr flexibel sind und jede Situation in der Familie und im Unternehmen anders ist, empfiehlt es sich individuelle Lösungen zu finden.

Bessere Planbarkeit, höheres Fachkräftepotenzial
Profitieren Sie vom früheren Wiedereinstieg: Mit dem ElterngeldPlus wird es für berufstätige Mütter und Väter attraktiver, schon während des Elterngeldbezugs in Teilzeit zu arbeiten und damit früher ins Berufsleben zurückzukehren. Sie können damit ihr fachliches Wissen schneller wieder in Ihr Unternehmen einbringen. Ihre beruflichen Kenntnisse bleiben auf dem aktuellen Stand. Durch die frühere Rückkehr sinken darüber hinaus die Kosten. Denn wenn Eltern längere Zeit aussetzen, müssen Sie Ersatzpersonal einstellen und dessen Qualifizierung bezahlen.
Stärken Sie Ihr Fachkräftepotenzial: Bislang arbeiten Väter häufig in Vollzeit mit Überstunden, Mütter in der Regel halbtags, wobei sie meist auch eine längere Elternzeit nehmen. Wenn beide Elternteile in vollzeitnaher Teilzeit tätig sind und Frauen nicht längerfristig ganz aus ihrem Beruf aussteigen, entsteht dadurch zusätzliches Erwerbsund Fachkräftepotenzial.
 
Die Anmeldefrist für Elternzeiten zwischen dem dritten und achten Geburtstag des Kindes erhöht sich auf 13 Wochen. Das erhöht die Planungssicherheit für Arbeitgeber. Sie können sich rechtzeitig darauf einstellen.
Steigern Sie Ihre Attraktivität als Arbeitgeber: Viele Mütter und Väter wollen sich berufliche und familiäre Aufgaben partnerschaftlich teilen. Der Partnerschaftsbonus unterstützt sie dabei. Durch den Bonus wird es für beide Partner attraktiv, mit 25 bis 30 Wochenstunden zu arbeiten. Die Nachfrage nach Teilzeitangeboten dürfte deshalb steigen – Arbeitgeber mit familienbewussten Teilzeitmodellen können bei beschäftigten Eltern punkten und damit Fachkräfte gewinnen und halten.

Fazit:
Eltern die während ihrer Elternzeit den Anschluss behalten und in Teilzeit weiterarbeiten wollen, profitieren vom ElterngeldPlus. Mit dem ElterngeldPlus erhalten Eltern statt bisher maximal 14 Monaten Elterngeld (12 Monate plus 2 Partnerschaftsmonate) nun bis zu 28 Monate ElterngeldPlus (24 Monate plus 4 Partnerschaftsmonate). Ein ElterngeldPlus Monat entspricht dann maximal der Hälfte des Basiselterngelds. Um die vollen 24 Monate auszuschöpfen, müssen in diesen Monaten alle Anspruchsvoraussetzungen von beiden Eltern erfüllt sein. Ebenfalls können Alleinerziehende diese zusätzlichen vier Monate beantragen, wenn sie in vier aufeinanderfolgende Monate wöchentlich zwischen 25 und 30 Stunden arbeiten.

Der Gesetzgeber möchte so Frauen mehr Anreiz bieten auch mit Kind berufstätig zu sein und schneller wieder eine Teilzeittätigkeit aufzunehmen. Das Fachwissen und die Qualifikation sollen so erhalten bleiben. Unternehmen können weiterhin auf qualifizierte und bewährte Mitarbeiter setzen können und die Zeit der Einarbeitung reduziert sich.
War bisher die Geburt eines Kinds meist mit einer längeren Auszeit vom Beruf für Frauen verbunden, so sollen Eltern dabei unterstützen gemeinsam für ihre Kinder zu sorgen. Gleichzeitig sollen diese Regelungen zu mehr Flexibilität in der Arbeitswelt führen.

Übertragung der Elternzeit
Statt bisher 12 Monate zwischen dem dritten und achten Geburtstag des Kindes, können Eltern nun 24 Monate Elternzeit übertragen. Die Elternzeit kann nicht mehr nur in zwei, sondern drei Zeitabschnitte unterteilt werden. Der Arbeitgeber dabei muss nicht einmal zustimmen. Wechselt ein Arbeitnehmer mit kleinen Kindern den Arbeitgeber, so kann den neuen auch noch ein Elternzeitanspruch aus der Zeit beim vorherigen Arbeitgeber treffen. Zwar hat sich der Zeitraum der Anmeldung einer Elternzeit auf 13 Wochen fast verdoppelt. Jedoch ist dies in vielen Berufen keine wirklich lange Zeit, um eine Vertretung oder einen Ersatz zu finden.
Hohe Flexibilität bei der Personalbedarfsplanung erforderlich
Eine solche Regelung erfordert jedoch eine erhöhte Flexibilität bei der Personalbedarfsplanung und damit eine höhere Bereitschaft der Arbeitgeber, Mitarbeiter in Teilzeit zu beschäftigen. Die Anforderungen für einen Teilzeitantrag werden hiervon nicht berührt. Insoweit verbleibt es bei der bisherigen Rechtslage.